Kurz vor dem Start in Oggau zur Burgenland Extremtour

Extremtour – nach knapp 59 km angekommen in Apleton

Viele der vor mir angekommenen Läufer haben schon ihre Sachen zum Trocknen aufgehängt. Langsam schäle ich mich aus den nassen Sachen. Ich bin erst einmal nur froh in einem warmen und trockenen Haus zu sitzen. Alles andere ist unwichtig – Pause.

Um mich herum wird getrocknet und telefoniert. Viele kämpfen mit der Entscheidung Aufhören oder Weitermachen. Später erfahre ich, dass sich in Apetlon etwa 2/3 der Teilenehmer fürs Aufgeben entschieden haben.

Nach ein paar Bechern Tee und einem Riegel steige ich in frische Klamotten. Bergschuhe, Gamaschen und Hochtourenjacke. Es sind nicht nur die frischen Klamotten, es sind jetzt komplett andere Bedingungen als am Start heute Morgen. Statt zu Laufen werde ich mich auf schnelles Gehen beschränken. Das ist schonender als mit Bergschuhen zu laufen.

Extremtour – Mit neuen Klamotten weiter nach Podersdorf

Nach meiner Begegnung mit dem zurückkehrenden Läufer verlasse ich Apetlon. Weit vor mir kann ich einen Teilnehmer erkennen. Nach mir scheint niemand mehr zu kommen. Die Straßen scheinen nur noch aus Matsch zu bestehen.

Schneepflüge und die Einwohner versuchen das Schlimmste bei Seite zu räumen. Doch für die Radwege und Nebenstraßen, die wir benutzen ist noch keine Zeit.

In schnellem Wandertempo zwischen 8 und 9 min/km komme ich natürlich nicht so voran. Der Schneeregen und Schneefall ist wieder zu Regen geworden. Meine Handschuhe ziehen schon wieder Feuchtigkeit.

Extremtour – Podersdorf ist weit

Es ist weiter nach Podersdorf, als ich gedacht hatte. Auf den langen Geraden bis zum Seeufer überholen mich nur 5 Läufer – das sind die Eisenharten. Ich beneide keinen, der jetzt noch reine Laufbekleidung trägt. Überhaupt scheinen nicht sehr viele seit es Matsch gibt, hier gelaufen zu sein. Ich kann die Zahl teils an den Spuren im Matsch ablesen.

Ein Service-Fahrzeug der Organisations-Crew stoppt kurz bei mir: „Geht’s Dir gut? Brauchst Du Hilfe?“ werde ich freundlich gefragt. „Nein, mir geht es gut. Aber wie weit ist es noch nach Podersdorf?“ Ich sehne den Ort herbei.

Am See zehrt nun auch ein kalter Wind an mir. Jedes vorbei fahrende Auto bremse ich erstmal demonstrativ, damit es langsam fahren muss. Ich will nicht noch zusätzlich mit Matsch bespritzt werden. Nun ziehen auch meine Bergschuhe Wasser. Schluss mit lustig!

Finish der Extremtour in Podersdorf

Am südlichen Ortsrand von Podersdorf bin ich guter Hoffnung bald im Seecafe zu sein. Doch der Ort zieht sich und das Café kommt erst am nördlichen Ende.

Endlich, ich steige die Treppe zum Seecafe hoch und bin für mich persönlich heute am Ziel angelangt. Finish! Meine Uhr zeigt am Seecafe 76,9 km. Anke nimmt mich in Empfang. In unserem Bus stehen warme Schupfnudeln mit Bohnen bereit.

Im Café treffe ich einige Mitläufer wieder. Es werden Sammeltaxis für die Rückfahrt nach Oggau organisiert. Es sind nicht viele, die weitermachen wollen. Später erfahre ich, dass nur 124 von den 1200 Startern in Oggau angekommen sind. Mehr als 2/3 hat Apetlon als Endziel gewählt.

Extremes Danke an alle Organisatoren und alle Helfer

Großes Lob an alle die freundlichen Organisatoren und Helfer. Ihr habt hier am Neusiedler See eine großartige Veranstaltung geschaffen. Spätestens nach der diesjährigen Auflage mit diesen mehr als extremen Bedingungen habt Ihr Kultstatus erreicht. Wer nächstes Jahr dabei sein will, muss sicher noch schneller sein, um einen Startplatz zu bekommen.

Ganz nach meinem Motto, CARPE DIEM, haben Anke und ich den Tag dann gemütlich in der Therme in Frauenkirchen ausklingen lassen. Unglaublich, wieviel Leben, Liebe und Bewegung in einen Tag hinein passt.

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