STREAK-RUNNING - macht das Sinn?

Streak-Running – macht das Sinn?

Streak-Runner sind Täglich-Läufer

Seit 31 Tagen bin ich Streak-Runner. Streak-Runner sind sogenannte Täglich-Läufer, d.h. es geht statt 3-4-mal pro Woche jeden Tag auf die Piste. Die Regeln dabei sind einfach. Es muss jeden Tag zwischen 0 und 24 Uhr eine Mindeststrecke von einer Meile (1,6 km) im Laufschritt zurückgelegt werden, d.h. Gehen oder Walken zählt nicht. Ganz genau kannst Du es auf Streak-Runner auf Wikipedia nachlesen.

Schuld daran ist quasi Lutz Balschuweit. Lutz läuft seit Anfang 2012 jeden Tag und ist bis Herbst dieses Jahres eine Strecke von über 40.000km, also einmal um die Erde, gelaufen. Im Schnitt um die 23km/Tag. Die beiden Interviews mit ihm, die ich im November gehört habe, haben mich so inspiriert und motiviert, dass ich spontan und ohne großes Überlegen sofort entschieden habe: Das probiere ich jetzt einfach mal aus.

Mein erster Streak-Running Monat

Da die Sache spontan war, gibt es bei mir auch kein Startdatum 01.12. oder 01.01. Mein erster Tag war der 26.11.2016, ein Samstag. Heute, am 26.12.2016, sind jetzt 31 Tage vergangen. Somit habe ich meinen ersten Streak-Running-Monat geschafft. Die Streckenlänge variierte bei mir zwischen 2 und 33 km und ich war zwischen 15 min und 4 Stunden täglich draußen laufend unterwegs.

Als Wochenpensum kam dabei zwischen 47 km und 122 km heraus. Insgesamt 441 km. Wer sich detailliert dafür interessiert findet meine ersten 31 Streak-Running-Tage hier aufgelistet. Wer wissen will, wie es weiter geht kann mir gerne auf Strava oder Facebook folgen:

Streak-Running – die ersten 31 Tage von Magnus Bühl

Streak-Running - die ersten 31 Tage - Magnus Bühl

Mein Warum für Streak-Running

Bis Mitte November hatte ich keinen Schimmer von Streak-Running. Da aber meine Ziele für kommendes Jahr nicht unerheblich sind, bedarf es natürlich eines regelmäßigen Trainings. Allerdings gibt es auch bei mir Tage und Phasen, an denen ich diese Ziele aus den Augen verliere. Das ist auch der Grund, warum ich bisher immer an dem Ziel “auf im Schnitt 10 km / Tag übers Jahr” gescheitert bin. Mit Streak-Running habe ich für mich ein klares und einfaches Ziel gefunden jeden Tag die Laufschuhe zu schnüren. Es muss ja nicht viel sein. Und so war ich die letzten Wochen ab und an noch gegen 21 Uhr mit Stirnlampe draußen um den Streak nicht zu unterbrechen.

Es gibt keine Ausreden mehr

Streak-Running kommt mir als altem Ziele und Statistik-Fan natürlich sehr entgegen. Wenn ich einen Tag auslasse, dann kann ich die Geschichte bzw. den Streak am nächsten Tag wieder bei 0 anfangen. Wer will das schon? – das Thema Ausreden ist damit völlig vom Tisch.

Vorteile des Streak-Running

  • In den letzten 4-5 Wochen haben sich für mich schon die ersten positiven Effekte gezeigt. War es anfangs eher ein Einhalten der Pflicht, so ist das tägliche Schnüren der Laufschuhe jetzt schon zur Gewohnheit geworden. Ich muss nicht, ich will laufen!
  • Meine Muskeln, Sehen und Bindegewebe haben sich an das Täglich-Laufen gewöhnt. Hierbei spüre ich klare Anpassungseffekte. Unterstützung finde ich über tägliche Übungen auf der Blackroll.
  • An einem 26.12. war ich in den letzten 20 Jahren noch nie so leicht wie in diesem Jahr. Der sonst bei mir übliche Gewichtsanstieg im November / Dezember ist ausgefallen.
  • Weitere “10 gute Gründe Streak-Runner zu werden” hat Robert Bock sehr ausführlich auf seiner Homepage zusammengefasst.

Kann Streak-Running gefährlich sein?

Quasi als Disclaimer will ich kurz darauf hinweisen, dass sich jeder eigenverantwortlich bewusst sein sollte was er mit seinem Körper anstellt. Es macht absolut keinen Sinn als Laufanfänger sich mit Streak-Running zu beschäftigen. Ebenso sollte jeder Verletzungen ernster nehmen, als das weiterführen des Streak. Falscher Ehrgeiz – absolut fehl ab Platz! Streak-Running ist in meinen Augen nur für Sportler mit jahrelanger Erfahrung interessant, die auch wissen, wie ihr Körper tickt. Und statt dem 20er-Lauf kann man ja auch mal nur eine Meile vor sich hin trotten – weniger kann mehr sein! Disclaimer Ende!

Wie lange soll mein Streak weitergehen?

Keine Ahnung, so lange wie möglich. Es gibt wohl zwei Begrenzungen. Einmal ein gesundheitlicher Zwischenfall, der mich daran hindert eine Meile zu laufen. Schlimmer allerdings wäre es, einen Tag keine Lust zu haben. Ich bin vor allem gespannt, wie ich es den Tagen nach langen Ultra-Wettkämpfen hinbekomme eine Meile zu Humpeln ;-). Wie ist es mit Euch? Wer hat schon Erfahrung mit Streak-Running? Was waren Eure Highlights oder Erfahrungen damit?

21 Kommentare
  1. Vegantrailrunner
    Vegantrailrunner says:

    Keine Erfahrung und ich lass auch gerne die finger davon…. Bleib bei 3Einheiten pro Woche und hole damit jeweils das maximum raus

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  2. Alex Schneck
    Alex Schneck says:

    Am 1.1.17 fange ich mein drittes Streaklaufjahr an ! Im schnitt laufe ich am Tag 10 + Kilometer , mit mal mehr und mal weniger Lust , sogar mit 2 mittelschweren Gichtanfällen im Fuss bin ich gestreakt ! Im Monat laufe ich 280-320 Kilometer und auch nach 10 Stunden Fensterbau hänge ich mich danach trotz teilweise anfallender Unlust in die Segel und ab in die Laufsachen und raus zum Laufen !!! Momentan geht es mir super und habe im Jahr 2016 das Ziel von 3800 Kilometer fast erreicht ( in 2 Jahren über 7300 Kilometer weg !!!) , aber es fehlen knapp 30 Km , ein Ende ist momentan nicht in Sicht ! Ich hoffe auch , dass ich meine Frau auch wieder für das Laufen befeistern kann , es muss ja nicht täglich für sie sein , und auch Du solltest weiter machen ! M.f.g Alex

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  3. Michael
    Michael says:

    Herzlich Willkommen unter den Streakrunnern… es gibt mehr als man denkt… und “Ruhetage” sind wichtig, auch wenn Lutz davon nix hören will 😉
    Ich lege immer Mindestdistanzen ein, quasi zu Erholung oder wenn der Schweinehund dann doch zu groß wird… und Ziele erreichen, geht mit Streakrunning prima: der erste Monat, die ersten 100 Tage…. viel Spaß weiterhin, denn das ist das Wichtigste

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  4. kanko
    kanko says:

    Ich stimme dir ja größtenteils zu und gratuliere dir zuvorderst zu deinem ersten Monat streakrunning! 🙂
    Nur in einer Sache bin ich nicht bei dir: täglich laufen können durchaus auch Laufanfänger! Das werden dann sicher nicht 441 km in 31 Tagen, sondern eher so um die 50, aber es geht und eignet sich gerade wegen der fehlenden Ausredemöglichkeit durchaus auch für den Einstieg. Wie bei mir 😉 (Erster Streak knapp 3 Jahre, dann Unterbruch wg. Zahn-OP, jetzt wieder seit März 2011 🙂 Ach so, die Gefahr bei guten langjährigen Läufern sehe ich gerade darin, dass sie nicht auf ihren Körper hören und mal nur die Meile langsamst laufen, sondern es auf Teufel komm raus durchziehen, bis es nimmer geht … Na ja, nur mein Senf dazu ;:

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  5. Dirk Pick
    Dirk Pick says:

    Der Lutz , der Böse ist wieder alles schuld.?
    Aber stimmt, wegen dem Kerle Lauf ich auch seit dem 23.10.16 im Streak (65) Tage. Allerdings mit kleineren Strecken (Woche zwischen 35 und 45 KM).

    Klasse das Du jetzt auch daber bist
    LG Dirk

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  6. Rennschnecke Conny
    Rennschnecke Conny says:

    Wie gesagt -,Willkommen im Club ! Morgen, 27. Dezember 2016 sind es 9 Jahre, dass ich Streakrunnerin bin … zwischenzeitlich von der Laufschnecke zur Rennschnecke mutiert … in 2016 beim km-spiel für die Powerfrauen laufend unterwegs.

    Und das Auslaufen am Tag nach dem Wettkampf – tut sooo gut ! ?

    Und man kann auch Doppelschichten laufen -von vor Mitternacht bis nach Mitternacht – und hat dann ganz lang Pause ! ?

    Und Frau kann mit Zerrung im Knie, Bänderzerrung, Rippenprellung durch starken Husten, Rippenprellung durch Sturz beim Gehen auf Glatteis, verstauchtem Fuss mit Verdacht auf Bruch des Mittelfussknochens, ambulante Unterleibs-OP, Darmspiegelung, Erkältung sowieso den Streak halten. Erkältung mit Fieber hatte ich zum Glück ? nie – weil da würde ich aufhören, da habe ich Zuviel Respekt davor !

    Aber sonst – nichts ist Unmöglich! ?

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    • Magnus Bühl
      Magnus Bühl says:

      Servus Tom, schade :(. Ich habe mir zur Gewohnheit gemacht das Geschrieben vorher noch in die Zwischenablage zu kopieren – egal auf welcher Plattform – um mich davor abzusichern. Ist halt “weiche Ware” ;-).

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  7. Julia
    Julia says:

    Nach dem Sommer war bei mir die Lust aufs Laufen einfach raus. Puff, weg.
    Durch den September habe ich mich mit insgesamt 20 km gequält und fand es eine Zumutung, abends nach der Arbeit noch mal rauszugehen.
    Anfang Oktober dachte ich mir “Komm, einmal kurz um den Block. 15 min, muss nicht mehr sein.” Das hat gut geklappt, also plante ich einen 30 Tage-Streak.
    Mir hat es unheimlich geholfen, das Laufen wieder in meinen Alltag zu integrieren, mir immer diese paar Minuten Zeit einzuplanen. Und, für mich noch viel wichtiger, es hat mir eine Menge Druck genommen. Klingt erst mal widersinnig. In der lauffreien Zeit hatte ich natürlich gemerkt, dass die Form langsam zerbröselte und zu wissen, dass der nächste Lauf bestimmt furchtbar anstrengend und kacke wird, weil man so aus der Form ist, trug nicht gerade zur Motivation bei. Während der Streak-Zeit konnte ich immer sagen “Alles kann, nix muss, und wenn es total blöd ist, gehst Du eben nach 2 km wieder nach Hause.”
    Aus den 30 sind dann am Ende 60 Tage geworden.

    Im Moment laufe ich wieder 5 mal die Woche und bin froh, so wieder den Einstieg gefunden zu haben.

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  8. Svenja
    Svenja says:

    Hallo,

    ich werde – zusammen mit einer guten Freundin – am münchner Marathon teilnehmen. Weil wir selbst nicht direkt aus Bayern kommen, und eine etwas weitere Fahrt nach München haben, werden wir uns ein Zimmer im http://www.hotel-erb.de/ reservieren. Nun bin ich mir unsicher, ob 3 Tage (also 1 Tag vor und 1 Tag nach dem Marathon) ausreichend sind. Das ist unser erster Marathon. Was meinen Sie? Sind 1 Tag zum ausruhen ausreichend?

    LG

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