Komfortzone verlassen – warum lohnt sich Risiko?

Komfortzone verlassen – Risiko suchen – unbedingt

Liebst Du es behaglich und gemütlich? Leben in der Komfortzone kann so wunderbar sein. Ein gutes Essen mit Familie und Freunden. Wellness in der Sauna. Alles was Du willst, das Schlaraffenland, der Himmel auf Erden. Wie lange wird es wohl dauern, bis Du fast vor Langeweile stirbst? Denn – wo ist das Risiko?

Wer Leben spüren will, wird irgendwann wieder neue Herausforderungen suchen, wird sich aufmachen, aufmachen die Komfortzone zu verlassen. Schauen was geht? Was kann ich? Wo sind Grenzen? Welches Risiko bin ich bereit einzugehen? Welchem Wagnis will ich mich stellen?

Die Komfortzone ist wichtig für mich. Ich brauche sie als Rückzugsort, als sicheren Hafen. Familie, ein Heim, wohin ich zurück kehren kann. Doch ich kann nicht ewig dort bleiben, dort verharren, muss den Gegenpol suchen. Ich muss immer wieder aufbrechen, aufbrechen zu Entdecken, zu Erfahren, zu Spüren.

Berge und Natur – außerhalb der Komfortzone

Meine Spielwiese ist dabei schon immer die Natur gewesen. In jungen Jahren war es der Triathlon- und Ausdauersport, wettkampforientiert, gegen mich, mit anderen und umgekehrt. In den letzten 15 Jahren immer mehr das Berg-er-leben, Wandern, Bergsteigen und leichtes Klettern.

Es ist dabei immer schwer dieses allein am Berg sein in Worten zu transportieren. Vor allem, wenn die Tour ins Unbekannte führt, mit Risiko verbunden ist. Dann, wenn ich nicht genau weiß, was auf mich zukommt.

Marterl oberhalb der Kemptener Hütte - außerhalb der Komfortzone

Marterl oberhalb der Kemptener Hütte – außerhalb der Komfortzone

Wenn man von der Kemptener Hütte in den Allgäuer Hochalpen links in Richtung Mutlerkopf abbiegt, trifft man bald auf ein Marterl. Hier verunglückten 1992 vier Menschen am Berg, kamen nicht mehr zurück. Vielleicht waren sie zu weit aus ihrer Komfortzone gerückt. Vielleicht gab es zu viel Risiko. Ich weiß es nicht.

Für diese Vier wurde zur Erinnerung ein in meinen Augen wunderschöner Text ausgewählt. Er drückt aus, was auch ich immer wieder in Augenblicken spüren darf. Im Web fand ich es als Fliegerweisheit:

„Hoch über den Wolken,
im Banne des Lichts,
Verwehen, Vergehen
Gedanken im Nichts,
Vergessen ist Alles,
was uns quält, wo der
Sturm uns die Fittiche stählt.
Ihr armen Menschen, ans Erdreich
gebannt, ihr geht so mühsam
durch das Land, wir aber jauchzen
und schweben im Licht, bis uns
der Sturm die Flügel zerbricht,
bevor wir ließen das Irdische
sein, sahen wir froh in den
Himmel hinein.“
(Autor mir unbekannt – für Hinweise bin ich dankbar)

Ich kann mir vorstellen, dass den ein oder anderen von Euch diese Worte ebenso anrühren wie mich. Wie wäre dieses Gefühl ohne ein Risiko möglich? Dieses Gefühl zu erleben ist mir ein gewisses Mass an Risiko wert. Ich will meine Grenzen nicht überschreiten, aber erfahren und spüren will ich sie unbedingt – meine Komfortzone verlassen muss ich dazu definitiv.

Genau diesem Thema „Berge im Kopf – Wieviel Risiko braucht das Leben?“ widmet sich auch ein neuer Film von Matthias Affolter, der im Februar 2014 in die Kinos kommt. Die Protagonisten des Films sind Dani Arnold, Stephan Siegrist, Jacques Grandjean und Werner Munter. Hier für Euch der Trailer zum Film.

Vielleicht halten der Film und die Akteure darin Puzzlesteine für uns bereit, die uns unserer Antwort auf die eingangs gestellte Frage wieder ein Stück näher bringen.

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