Wie ich Vegetarier geworden bin

Hallo, ich bin Vegetarier

“Hallo, ich bin Vegetarier – was haben Sie auf Ihrer Speisekarte für mich?” – mit diesem Einstiegssatz konnte ich vor 25 Jahren einen gestandenen Allgäuer Gastwirt ganz schön aus dem Konzept bringen. Ja, vor etwa 27 Jahren im zarten Alter von etwa 23 Jahren hatte ich entschieden in Zukunft auf Fleisch, Wurst und Fisch zu verzichten. Heute will ich erzählen wie und warum es dazu kam.

Auslöser für diesen Beitrag war ein sehr kontroverser Beitrag, den ich die letzten Tage auf Facebook geteilt hatte und der einige Kommentare herauf beschworen hat. Dabei kam auch die Frage auf, warum ich vegetarisch und teilweise vegan lebe.

Kindheitserinnerungen – die 70-er Jahre

Als Kind, kann ich mich erinnern, war einer meiner Lieblingsaufstriche Leberwurst. Auch eine Zucker-Butter-Schnitte war auf der “Will-Haben”-Liste. Man muss bedenken, es waren die 70-er Jahre und gesunde Ernährung war bei weitem nicht so angesagt wie heute.

Wie ich Vegetarier geworden bin

Wie ich Vegetarier geworden bin

Wenn es um das Fleisch essen ging, war ich eher heikel. Wenn überhaupt, dann mageres Putenschnitzel. Blutiges oder mit Flachsen durchzogenes Fleisch, damit konnte man mich jagen. Fisch, nein Danke – meine Großeltern aßen gerne Forelle. Etwas mit Augen auf dem Teller – bei mir keine Chance. Fischstäbchen allerdings waren OK – da waren die Augen ja schon weg ;-). Tja – “Was ich nicht weiß, macht  mich nicht ..”

Wir Ihr seht, war ich schon als Kind kein großer Fleischfan. Allerdings war es damals auch nicht üblich täglich Fleisch auf dem Teller zu haben.

Mit Butter und Milch hatte ich nie ein Problem, vor Käse bin ich aber regelrecht davon gelaufen. Schon der Geruch löste Ekel bei mir aus.

Ernährung und Sport – ein Auslöser

Mit 21 begann ich mich über den Triathlon-Sport intensiv mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen. “Fit for Life” und andere Bücher waren damals ähnlich angesagt wie heute die Bücher von Attila Hildmann. Parallel hatten wir im Studium einen Professor, von dem bekannt war, dass er schon sehr lange Vegetarier war.

Es waren viele Komponenten, die eine Rolle spielten meine Entscheidung zu formen. Etwa 1991 teilte ich meiner Familie mit, dass ich ab heute vegetarisch leben wollte. “Bitte lasst einfach das Fleisch bei mir weg :-)” sagte ich.

Yeah! Ich werde Vegetarier – und alle machen mit

Ich hatte unheimlich Glück. Meine Mutter und meine Vater verzichteten ebenfalls völlig auf Fleisch, machten quasi mit. Und meine damalige Freundin und heutige Frau entschied sich unabhängig von mir ebenfalls Vegetarierin zu werden.

Seitdem sind nun etwa 23 Jahre vergangen. Es gab darin Zeiten, in denen ich für Fleischesser kaum Verständnis aufbringen konnte. Das ist heute wieder anders geworden. Wir haben viel ausprobiert, Anke und ich. Bücher über die verschiedensten Formen der Ernährung füllen Regale bei uns. Selbst auf Alkohol haben wir einmal fast 10 Jahre lang verzichtet.

Vegetarisch oder Vegan

Das heute sehr im Vordergrund stehende Thema Vegan, testen wir immer öfter aus. Es tut uns gut. Doch ich sehe keine Veranlassung für mich komplett vegan zu werden. Ich liebe Butter und ab und zu ein Stück Käse. Meine Abneigung dagegen hat sich gegeben.

Wir ernähren uns im Sommer viel aus dem eigenen Garten. Nicht weit entfernt gibt es einen sehr guten Naturkostladen, Naturkost Kling und für Biogemüse gibt es einen regionalen Bio-Gemüseanbau.

Diskussionen unter Menschen über Ernährung können sehr kriegerisch sein. Nach allem, was ich aktuell weiß, ist die vegetarische oder sehr fleischarme Ernährung die einzige Chance, die wir als Menschen haben um weiterhin in so großer Zahl auf diesem Planeten zu leben. Belege und Quellen dazu gibt es in großer Zahl.

Ernährung ohne Dogma und Mission – Freiwilligkeit zählt

Die Entscheidung seine Ernährung dahin gehend umzustellen muss allerdings liebevoll erfolgen. Jemanden überzeugen zu wollen oder zu missionieren ist aussichtslos. Nur wer selbst die Entscheidung für sich in Richtung vegetarischer Ernährung trifft und Spaß und Freude daran hat wird langfristig Erfolg damit haben.

Zum Thema könnte ich noch stundenlang erzählen. Das Thema ist endlos. Wie es angefangen hat, wisst Ihr jetzt. Ein Zurück zum Fleisch essen kann ich mir nicht vorstellen, außer in Extremsituationen.

Ich werde in den nächsten Blogbeiträgen das Thema Ernährung immer wieder aufgreifen und meine bzw. unsere Erkenntnisse vertiefen. In den Allgäuer Gasthäusern kennt man das Wort Vegetarier mittlerweile. Trotzdem ist die Auswahl an richtigen und guten vegetarischen Gerichten oft sehr begrenzt.  Doch die Bewusstseinsbildung schreitet langsam aber stetig voran :-).

3 Kommentare
  1. Ernst Koch sagte:

    Lieber Magnus, herzlichen Dank für Deinen Artikel. Mir erging es ähnlich. Bereits im Alter von 10 Jahren hat mich Fleisch so angeekelt, sodass ich bei der Ernährungsumstellung meiner Eltern auf Vegetarisch voll und ganz dabei war. Nun sind es 43 Jahre her und ich fühle mich pudelwohl. Keinerlei Mangelerscheinungen, wie sie gerne von gewissen Seiten angeprangert werden. Ganz im Gegenteil. Heute mit fast 53 Jahren geniesse ich das Leben auf allen Ebenen. Es gibt so unendlich viele geschmacklich gute und interessante Rezepte. Da ich ein begeisterter und kreativer Koch bin, trifft auf mein Nachnahme voll und ganz zu 😉 Ich habe des öfteren Eure veganen Rezepte bewundert. Mit herzlichen Grüssen. Ernst

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    • Magnus Bühl sagte:

      Lieber Ernst,
      danke für Deine Zeilen. 43 Jahre sind natürlich eine Hausnummer! :-). Es stimmt, Nicht-Vegatarier verpassen meist geniale Geschmackserlebnisse.
      Herzliche Grüsse aus dem Allgäu in die Schweiz 🙂
      Magnus

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